Aya Hijazi - Endlich frei aus ägyptischem Gefängnis

June 11, 2017

 

 

Endlich! Aya Hijazi, die junge Amerikanerin äyptischer Herkunft, die in Ägypten drei Jahre lang unschuldig im Gefängnis saß, ist wieder frei und sicher nach Amerika zurückgekehrt.


Am 21. April haben Donald Trump und seine Tochter Ivanka die junge Frau im Weißen Haus empfangen. Die Freilassung von Aya Hijazi und ihrem Team ist offensichtlich eine direkte Auswirkung der Gespräche Trump's mit dem ägyptischen Präsidenten al-Sisi's, denn es war innerhalb von 14 Tagen nach dessen Besuch im Weißen Haus, dass das ägyptische Strafgericht Hijazi und ihr Team von allen Vorwürfen freisprach.

 

Unschuldig des Menschenhandels und sexuellen Missbrauchs von Kindern bezichtigt

Aya Hijazi war 2014 in Kairo verhaftet worden, wo sie sich um Straßenkinder kümmerte. Zu diesem Zweck hatte sie eine Hilfsorganisation namens 'Beladi' gegründet. Als sie zusammen mit ihrem Ehemann und sechs anderen Mitarbeitern verhaftet wurde, bezichtigte man sie des Menschenhandels und des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Während der drei Jahre als Hijazi unschuldig im ägyptischen Gefängnis saß, bemühten sich unzählige Menschenrechtsaktivisten und sogar einige Regierungen, einschließlich Barak Obama und Angela Merkel, um ihre Freilassung. Allerdings ohne jeglichen Erfolg. Dass sie nun endlich frei kam, ist daher ein wirklich gutes Ergebnis der Gespräche Trump's mit al-Sisi. Gratuliation, Präsident Trump! Das ist es, was ich an Amerika liebe und was ich von seiner Regierung erwarte: Dass die Menschenrechte seiner Bürger aktiv geschützt und verteidigt werden.

Ich wünschte allerdings, die verantwortlichen Beamten und Ankläger, die die falschen Vorwürfe vorgebracht und in den Fall involviert waren, wären zur Rechenschaft gezogen worden. Denn bisher wurden sie nicht gestoppt und sind vermutliche weiterhin dabei, politische Gegner und unbequeme Bürger unschuldig ins Gefängnis zu bringen.

 

Ägypten hat sich zu einem brutalen Polizeistaat entwickelt

Die traurige Realität in Ägypten ist, dass sich das Land zu einem brutalen Polizeistaat entwickelt hat. Amnesty International kritisierte in seinem Lagebericht  Ägypten 2016/2017 dass willkürliche Massenverhaftungen und unfaire Massenprozesse stattfinden. Darüberhinaus wird über Folter und das Verschwinden hunderter Gefangener berichtet. Der Fall der Aya Hijazi ist somit leider nur einer von tausenden ähnlicher Fälle in Ägypten wo Menschen aufgrund von falschen Vorwürfen unschuldig verhaftet werden, nur weil sie offen ihre Stimme gegen das Regime vom al-Sisi erheben.

 
Viele unschuldig Gefangene

Der 28jährige Italiener Giulio Regeni, der 2016 in Ägypten brutal gefoltert und getötet wurde, ist ein weiteres Beispiel der staatlichen Willkür und Brutalität in Ägypten.​​ Regini war Doktrand an der Universität von Cambridge und forschte zu unabhängigen Gewerkschaften in Ägypten. Ein heikles Thema unter der Regierung von al-Sisi. Durch seine Arbeit habe er auch Kontakte zu Personen gehabt, die der Sicherheitsrat im Visir hatte.

Die Untersuchungsergebnisse ergaben, dass Regini vor seinem Tod von der ägyptischen Polizei systematisch gefoltert wurde. Man hatte ihm die Ohren abgeschnitten und Finger- und Fußnägel herausgerissen.* ​​

Im Gegensatz zu Regeni war Aya Hijazi in der glücklichen Lage, schlussendlich doch noch befreit zu werden. Der amerikanische Präsident setzte sich für ihre Freilassung ein und ließ sie in einem Flugzeug heim holen. Ihre amerikanische Staatsbürgerschaft war ihre Rettung. Doch wer setzt sich für die tausenden Ägypter ein, die unschuldig hinter Gittern sitzen und gefoltert werden? Auch einige der jungen Leute, die die friedlichen Demonstrationen des Arabischen Frühlings initiiert hatten, sind darunter. Wird Präsident Trump sich auch für sie stark machen? Ich hoffe es sehr! Und dies aus zwei Gründen. Erstens um der Menschen und um der Gerechtigkeit willen. Und zweitens um die Vorurteile und das negative Bild zu widerlegen, das radikale Moslems von Amerika haben. Sie halten den Westen für heuchlerisch und beschuldigen die Regierungen westlicher Länder, nur dann über Menschenrechte zu sprechen, wenn es ihren eigenen Interessen dient. Man wirft den westlichen Machthabern vor, Menschenrechtsverletzungen zu ignorieren, wenn sie von Staaten verübt werden, zu denen freundschaftliche Beziehungen gepflegt werden.

Mein Appel an Präsident Trump ist daher, dass er diese Vorwürfe doch bitte widerlegen möge und unter Beweis stellt, dass ihm die Menschenrechte aller am Herzen liegen - nicht nur die amerikanischer Staatsbürger. Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass Aja Hijazi kein Einzelfall bleibt, sondern nur der erste von vielen weiteren Fällen ist, wo unschuldige Gefangene wieder freigelassen werden.

 

*Christoph Sydow 'Tod von Italiener in Ägypten: Gefoltert, ermodet, weggeworfen' Spiegel Online 12.02.2016 (download unter http://www.spiegel.de/politik/ausland/giulio-regeni-foltertod-eines-italieners-in-aegypten-a-1076483.html).

 

 

 

 

 

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