Die bedenklich enge Verbindung zwischen Trump und al-Sisi

June 11, 2017

Die enge Verbindung zwischen Präsident Trump und dem ägyptischen Präsidenten al-Sisi weckt in mir zwei große Bedenken. Erstens kann sie die Feindseligkeit radikaler Islamisten gegenüber dem Westen befeuern, und zweitens stärkt sie die Position der Dikatoren, die gegen ihr eigenes Volk Gräueltaten begehen.

 

Beide Aspekte hängen eng miteinander zusammen, denn die Ungerechtigkeit und Unterdrückung, die von korrupten Diktaturen verübt werden, gehören zu den Hauptgründen, womit radikal-islamischer Gruppierungen ihren Ruf nach einem islamischen Staat rechtfertigen.

 

Al-Sisi ist radikalen Moslems ein Dorn im Auge

Die Tatsache dass al-Sisi den demokratisch gewählten Präsidenten und Vertreter der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, gestürzt und tausende Anhänger opposioneller Gruppierungen, inklusive viele Mitglieder der Muslimbruderschaft, gefangen hält, macht ihn zur Zielscheibe für radikale Moslems.

Dass Donald Trump dem ägyptischen Präsidenten seine Unterstützung zugesichert hat, wird daher den Hass radikal-islamischer Muslime gegen Amerika höchstwahrscheinlich noch verstärken. Während seines Treffens im Oval Office Anfang April 2017 sagte Trump zu dem ägyptischen Präsidenten al-Sisi: 'Sie haben einen starken Feund und Verbündeten in den Vereinigten Staaten und in mir'. Trump erklärte, er brauche Ägypten als Partner im Kampf gegen ISIS.

Radikal-islamische Gruppierungen werden dies als eine Bestätigung ihrer negativen Sicht des Westens auffassen, denn sie halten den Westen ohnehin für heuchlerisch und parteiisch.​​

 

Der Westen gilt bei radikalen Moslems als heuchlerisch

Radikal-islamische Gruppierungen werden Trump dafür kritisieren, dass er al-Sisi unterstützt trotz all der Ungerechtigkeiten, Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen, die in Ägypten an der Tagesordnung sind. Ferner werden sie Amerika vorwerfen, nur dann von Menscherechten zu sprechen, wenn es den eigenen Interessen dient, um eine moralische Überlegenheit vorzugeben, oder um militärische Aktionen zu rechtfertigen, wie beispielsweise den Luftangriff auf Syrien als Reaktion auf den vermeintlichen Chemiewaffenangriff der Regierung auf die Zivilbevölkerung.

 

Wenn Präsident Trump sich wundert, dass sich der radikale Islam so ausbreitet, und wenn er sich fragt, warum sich selbst junge gebildete Ägypter radikal-islamischen Gruppierungen anschließen, dann kann ich ihm nur antworten, dass die korrupten Dikaturen im Nahen Osten ein Hauptgrund dafür sind. Unterdrückung und Ungerechtigkeit sind Schlüsselfaktoren, die junge Menschen im Nahen Osten dazu bewegen, sich solchen Gruppierungen anzuschliessen.

 

Mein Rat and Präsident Trump und andere westliche Regierungen

Wenn wir eine langfristige Lösung für den Nahen Osten suchen, und wenn wir wirklich Frieden und Stabilität in der Region sichern wollen, dann muss an unserem Verhalten sichtbar sein, dass es uns wirklich um das Wohl der Menschen geht und nicht nur um unsere eigenen politischen Interessen. Wir sollten alles daran setzen, der jungen Generation eine bessere Zukunft zu sichern, indem wir den Schutz der Menschenrechte fördern und die Länder darin unterstützen, wirtschaftliche Stabilität zu erreichen.

 

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