Trump's Einreiseverbot für Moslems


Klar, Nationale Sicherheit ist wichtig. Aber man muss auch fair sein und kann nicht alle Moslems über einen Kamm scheren. Das Hauptproblem liegt ohnehin nicht bei den Moslems als Menschen, sondern bei den radikal-islamischen Interprätationen und der Islamischen Rechtsordnung. Folglich wären ganz andere Maßnamen wichtig.




Natürlich hat ein Staatsoberhaupt das Recht und auch die Pflicht, sein Land vor Menschen zu schützen, die als Verbrecher aktenkundig wurden und eine akute Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen. Deshalb sind ja alle westlichen Länder eifrig bemüht, Systeme zu entwickeln, die es ermöglichen, Gefährder frühzeitig zu identifizieren, um sie dann abzuschieben, bzw. gar nicht erst ins eigene Land einreisen zu lassen. Ich bin ehrlichgesagt sehr froh und dankbar für alle staatlichen Bemühungen die Bevölkerung zu schützen. Wenn allerdings der Fehler gemacht wird, alle Moslems über einen Kamm zu scheren, und wenn man versäumt, zwischen friedlichen Moslems und gefährlichen Terroristen zu unterscheiden, dann ist das unfair, diskriminierend und im Blick auf die Menschenrechte höchst bedenklich.

Das Problem liegt nicht bei den Menschen

Man sollte sich immer wieder bewusst machen, dass der Ursprung von Terrorgefahr nicht in bei einer bestimmten Gruppe von Menschen liegt, sondern bei einer Lehre, nämlich bei den radikal-islamischen Interprätationen und bei der islamischen Rechtsordnung. Deshalb bin ich auch der Überzeugung dass es langfristig gesehen hilfreicher wäre, beim Kampf gegen Terrorismus nicht allein auf polizeiliche Maßnamen oder militärische Gewalt zu setzen, sondern vielmehr alles dafür zu tun, all die friedliebenden Moslems zu ermutigen und darin zu unterstützen, sich für eine Reform der islamischen Rechtsordnung einzusetzen. (Ich möchte betonen, dass dies kein Aufruf ist, die Scharia in Frage zu stellen, also den Koran oder die korrekte Sunna, die ja als heilig und unantastbar gelten.)

Das eigentliche Problem ist die islamische Rechtsordnung, die drakonische Strafen vorschreibt, wie beispielsweise die Steinigung für Eheburch und grausame Todesstrafen für sogenannge 'Feinde des Islam'. Radikale Moslems sehen die islamische Rechtsordnung als den Willen Allahs an und handeln deshalb nach ihr. Daher glauben sie, das Richtige zu tun, wenn sie nicht-Moslems als vermeintliche Feinde des Islam töten. Dabei ist ihnen vermutlich nicht bewusst, dass die islamische Rechtsordnung viele Regelungen enhält, die das Produkt der persönlichen Meinungen und Interprätation von islamischen Gelehrten sind und der Scharia teilweise sogar widersprechen. Die Todesstrafe für Abwendung vom Islam und Steinigung für Ehebruch beispielsweise widersprechen beide dem Koran. Auch die weitverbreitete Definition der 'Feinde des Islam' wurde von einigen Gelehrten wesentlich weiter gefasst als der ursprüngliche Text und Zusammenhang dies nahelegen. Das eigentliche Problem sind daher in den radikal-islamischen Interprätationen und die islamischen Rechtsordnung und nicht die Muslime im Allgemeinen.

Kooperieren statt diskriminieren

Die gute Nachricht ist, dass sich nur ein relativ kleiner Anteil der Muslime an der islamische Rechtsordnung orientieren. Der größte Teil hält sich entweder an moderatere Auslegungen oder nimmt es mit der Religion generell nicht so genau. Man sollte sich immer wieder bewusst machen, dass der Großteil der Muslime in ihre Religion hineingeboren wurden und ihr nicht zwansläufig aus persönlicher Überzeugung angehören. Manche Muslime nehmen ihren Glauben wiederum ernst, halten sich aber ganz bewusst an die friedlichen Texte, die in der Scharia enthalten sind.

Anstatt friedliebende Muslime mit gewaltbereiten Islamisten über einen Kamm zu scheren, wäre es hilfreicher, ihnen dabei zu helfen, sich von Radikalen abzugrenzen und sich für eine Reform der islamischen Rechtsordnung einzussetzen. So könnten wir gemeinsam den Schutz der Menschenrechte fördern - sowohl in unserem eigenen Land, als auch in ihren muslimischen Herkunftsländern.

#Einreiseverbot #Trump

© 2019 by Dr. Mark A. Gabriel