Zwischen Mancheser und Portland


Zwei jüngste Ereignisse haben wieder einmal gezeigt, dass sich eine Art des Rassismus auf erschreckende Weise ausgebreitet hat. Gewaltbereite Radikale von zwei verschiedenen Seiten stören die öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Das Selbstmordattentat in Manchester

Auf der einen Seite sehen wir den Selbstmordanschlag in Manchester, bei dem 22 überwiegend junge Menschen ums Leben kamen. Der Anschlag wurde von einem jungen Moslem lybischer Abstammung ausgeführt, Salman Abedi. Abedi war von radikalislamischen Interpätationen getrieben, die ihn glauben ließen, mit dem Töten von nich-Moslems würde er Allah einen Gefallen tun und der Sache des Islam dienen, nämlich dem Kampf gegen vermeintliche 'Feinde des Islam'. Dieses Verständnis radikaler Moslems basiert auf Interprätationen einiger früher Islamgelehrter, die die im Koran erwähnten Feinde des Islam ('diejenigen, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen und Unheil im Lande zu verbreiten trachten') extrem weitgefasst definierten. Ebenso wie andere radikal-islamische Interprätationen steht diese extrem weit gefasste und somit gefährliche Definition der Sure 5:33 im Widerspruch zu anderen Lehren der Scharia, d.h. des Koran und der korrekten Sunna. Darin wird nämlich unter anderem zum Schutz menschlichen Lebens aufgerufen. Sure 5:32 sagt beispielsweise, dass wenn jemand ein menschliches Leben tötet, ist das als töte er die ganze Menschheit.

Es ist wichtig, dass sich die Welt über die Widersprüche zwischen der Scharia und der Islamischen Rechtsordnung klar wird, denn nur so wird sie in der Lage sein, den radikal-islamischen Interprätationen entgegenzuwirken. Diese Ideologie des Hasses einzudämmen, ist dringend notwendig, da sie eine große Bedrohung für die Menschheit und die Menschlichkeit darstellt - und das übrigens nicht allein für die nicht-islamische Welt, sondern auch die Muslimische Gesellschaft selbst hat unter radikalislamischen Interprätationen zu leiden. Und dies nicht zuletzt, da radikal-islamische Lehren und Attentate dem Ruf der Moslems in der Welt schaden und zu Ablehnung und Vorurteilen führen, unter denen vor allem alle friedliebenden und ehrbaren Moslems zu leiden haben.

Tödliche Messerattacke in Portland (Oregon)

Das zweite Hassverbrechen wurde von einem weißen Amerikaner verübt, der in einer Bahn in Portland, Oregon zwei junge Frauen mit rassistischen Tiraden bepöbelte. Er beschimpfte sie als Musliminnen und erstach zwei Männer, die sie beschützen wollten. Der Attentäter von Portland war ebenfalls von einer Ideologie des Hasses getrieben, nämlich vom Hass gegen den Islam und alle Moslems. Er glaubte seinem Land als guter Patriot zu dienen. Vor Gericht habe er geschrien: 'Tod den Feinden Amerikas'. Im Nahen Osten nehmen radikale Moslems den Fall brutalen Attentäters von Portland als Bestätigung ihrer Vorurteile gegenüber Amerika. Sie sehen Amerika als den großen Satan und Amerikaner als das niederträchtigste und sündhafteste Volk auf Erden. Diese Sicht ist natürlich falsch, denn der Portlant Attentäters ist nicht represäntativ für die Gesamtheit der Amerikanischen Gesellschaft. Die Mehrheit der Amerikaner sind aufrichtige und mutige Menschen, die für Respekt, Fairness und Toleranz einstehen. Viele sind selbst dann bereit, für Freiheit und Menschenrechte einzustehen, wenn sie damit ihr eigenes Leben riskieren. Dies hat der Fall von Portland deutlich gezeigt, denn dort stellten sich drei Männer dem Angreifer mutig entgegen, um die zwei jungen Frauen zu schützen. In Folge wurden sie selbst mit dem Messer angegriffen und zwei von ihnen wurden tötlich verletzt. Der dritte kam in ein Krankenhaus.

Man sollte nie verallgemeinern

Ebenso, wie der Angreifer von Portland kein wahrer Repräsentant der amerikanischen Gesellschaft ist, so kann auch der Attentäter von Manchester nicht als Repräsentant der muslimischen Gesellschaft angesehen werden. Darum werde ich nicht müde zu darauf hinzuweisen, dass es wichtig ist, zwischen dem Islam als Ideologie und Moslems als Menschen zu unterscheiden. Auch wenn wir mit gewissen islamischen Lehren nicht einverstanden sind und mit dem Verhalten einiger radikal-islamischer Terroristen, so sollten wir uns nicht hinreissen lassen, alle Moslems über einen Kamm zu scheren, und selbst den friedliebenden und rechtschaffenen Moslems gegenüber den Respekt zu verwehren, den jeder Mensch verdient. Man sollte sich immer bewusst machen, dass ein Großteil der Muslime in ihre Religion hineingeboren wurden und somit von Geburt an und nicht zwingend aus persönlicher Überzeugung heraus dem Islam angehören. Viele Moslems stehen dem radikalen Islam selbst ablehnend gegenüber und halten sich persönlich lieber an die friedlichen Lehren des Islam.

Wer glaubt, alle Moslems seien gefährlich, hat genauso unrecht wie diejenigen, die glauben, alle Amerikaner seien von Grund auf böse. Das eigentliche Problem ist nicht mit Moslems, Amerikanern oder der westlichen Gesellschaft im Allgemeinen, sondern mit jedem, der sich von Hass und Rassismus und übersteigertem Patriotismus oder religiösem Fanatismus zu Gewalt hinreissen lässt.

Wahre Helden gesucht

Für mich ist jeder ein Held, der in der Lage ist, auch Menschen anderer Religion, Rasse und Weltanschauung mit Anstand und Respekt zu begegnen und wer bereit ist, für Menschlichkeit und Menschenrechte einzustehen, selbst wenn man damit das eigene Leben in Gefahr bringt.

Nelson Mandela ist einer der weltberühmten Helden. Er ist für seine friedfertige und versöhnliche Haltung berühmt, mit der er es geschafft hat, in Südafrika die Apartheit abzuschaffen. Die zwei Helden von Portland handelten aus der gleichen friedfertigen und versöhnlichen Haltung heraus. Es gibt einige dieser Helden in unserer Welt - auf beiden Seiten. Und ich wünschte, es gäbe noch viel mehr...

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© 2019 by Dr. Mark A. Gabriel